Trauer um Prof. Dr. Dr. Ulrich Knefelkamp

„Der Weg beginnt vor der eigenen Haustür“, dieses spanische Sprichwort begleitet seit 2005 viele Menschen in Berlin und Brandenburg, die sich auf die rekonstruierten Jakobswege begeben oder sich zumindest gedanklich mit diesem brückenbauenden Projekt beschäftigen. Die Erforschung der Wege der Jakobspilger in Brandenburg-Oderregion geht auf die Vision und die Initiative von Ulrich Knefelkamp zurück, von dessen Tod wir mit großer Trauer vor einigen Tagen erfahren haben.

 

Prof. Dr. Dr. Ulrich Knefelkamp lehrte von 1994 bis 2016 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Als er 2005 das Projekt "Jakobswege östlich und westlich der Oder" an seinem Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte Mitteleuropas und regionale Kulturgeschichte aus der Taufe hob, konnten wir noch nicht erahnen, dass die Pilgersehnsucht so viele Menschen in unserer Region erfassen wird.

 

Für viele von uns war er mehr als nur ein Hochschullehrer. Er war leidenschaftlicher Historiker, Mentor und eben der Projektinitiator mit einer Idee für die ganze Region. Er hat es geschafft viele Studierende für das Jakobswege-Thema zu begeistern und über fünf Jahre hinweg mit einem  interdisziplinären Ansatz und vor allem über die Grenzen der Viadrina hinaus in der gesamten Region, in Kooperation mit Ministerien, Verwaltungen, Touristikern und Vertretern der beiden Kirchen, eine Leidenschaft für die Jakobuspilger zu legen.  

 

Heute ist sein Herzensprojekt „erwachsen“ geworden: Seit dem Frühjahr 2011 gibt es unseren Verein, die Jakobusgesellschaft Brandenburg-Oderregion e.V., deren Gründungspräsident Ulrich Knefelkamp bis 2013 war, und tatkräftig folgen wir nach wie vor seiner Vision der ersten Stunde, Brücken zwischen Menschen, zwischen Ländern und zwischen den verschiedenen Akteuren in Berlin und Brandenburg zu bauen.

 

Wir sind Ulrich Knefelkamp bis heute dankbar für all seine Energie und seinen Elan, die in das Jakobswege-Projekt geflossen sind. Ohne ihn hätte es weder das Universitäts-Projekt gegeben, noch gäbe es heute unseren, aus dem Projekt hervorgegangenen Verein!

 

Damit hat Ulrich Knefelkamp etwas Bleibendes geschaffen, was ihn hoffentlich lange überdauern wird.

Wir fühlen uns seinem Werk verpflichtet und werden es in seinem Sinne fortführen!

 

Wir werden Ulrich Knefelkamp vermissen und sind in Gedanken bei seiner Frau und seiner Familie.

 

Berlin, den 07. Dezember 2020

 

Dr. Christopher Frantzen                                           Dr. Katharina Maak

Präsident                                                                        Kommunikationsbeauftragte

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